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Therapie
Wirbelsäulen intensiv Rehabilitation (WIR)

Schroth-Übung Muskelzylinder

Kernstück der WIR ist die dreidimensionale Skoliosebehandlung nach Katharina SCHROTH. Hierbei wird die verkrümmte und in sich verdrehte Wirbelsäule durch ein speziell entwickeltes krankengymnastisches Therapieprogramm gestreckt und entdreht sowie die Korrektur muskulär stabilisiert.

Fester Bestandteil der Behandlung ist außerdem die Drehwinkelatmung nach Katharina SCHROTH. Hierdurch wird das gestörte Atemmuster korrigiert. Die Behandlungsmethode basiert auf einer sensomotorischen muskel- und bewegungsempfindlichen Grundlage. Die Patienten werden unter Ausnutzung sensomotorischer Rückkopplungsmechanismen in die Lage gebracht, ihr Haltungs- und Bewegungsempfinden zu trainieren und in ihr Alltagsverhalten einzubeziehen. Nur so kann einem Fortschreiten der Skoliose oder Hyperkyphose vorgebeugt werden.

Mit der WIR sollte sofort nach Diagnosestellung ab einem Winkel von 10° begonnen werden. Danach empfiehlt sich zur Sicherung eines langfristigen Erfolges regelmäßig Wiederholungsbehandlungen durchzuführen, um einem Fortschreiten vorzubeugen. Bei jugendlichen Patienten sind jährliche stationäre Behandlungen notwendig, beim erwachsenen Patienten variiert die Zeit bis zum nächsten stationären Aufenthalt je nach Krümmung und Begleiterkrankungen von 2 bis 4 Jahren.

Zum konkreten Erlernen der Übungen werden die Patienten vom ausgebildeten Schroththerapeuten unter Spiegelkontrolle zur optimalen Korrektur angeleitet. Anschließend wird diese durch bewußte Wahrnehmung von Muskellänge, Muskelspannung, Gelenkstellung sowie Gelenkkapsel- und Bänderdehnung vertieft. Die schrittweise Korrektur muß jederzeit mit der Körperstellung verglichen werden. Bei jüngeren Kindern ist die Mitarbeit eines Elternteils gefordert um zu gewährleisten, dass die Therapieinhalte verstanden werden und zu Hause weiter geübt wird. Um das erlernte Übungsprogramm zu verinnerlichen und die Patienten zum selbständigen Üben anzuleiten, wird zweimal täglich eine freie Übungszeit durchgeführt.

Eine weitere Säule unserer WIR sind speziell entwickelte Methoden der medizinischen Trainingstherapie an Sequenzgeräten. Diese sind wiederum auf den einzelnen Patienten zugeschnitten und werden individuell überwacht. Hierbei wird durch eine intensive Muskelkräftigung die erreichte Aufrichtung und Entdrehung gefestigt und stabilisiert.

Die tägliche Behandlungszeit beläuft sich auf ca. 5 Stunden.

Bestehen bereits Komplikationen von Seiten des Herzens und der Lunge kommt in Kooperation mit der internistisch-pulmologischen Klinik der ASKLEPIOS BURGSEEKLINIKEN nach individueller weiterführender Diagnostik neben der bewährten Drehwinkelatmung eine zusätzliche individuelle Therapie zum Einsatz.

Zusätzliche Therapiemethoden

  • Reittherapie
  • med. Trainingstherapie
  • Korsettgruppen
  • Muskelentspannung
  • Schmerztherapie
  • Psychologische Betreuung
  • Ernährungsberatung
  • Op- und Schmerzgruppen
  • Wassertherapie
  • Freizeittherapie


 
Korsettversorgung:

Korsettversorgung mit hochkorrigierenden, modifizierten Cheneau Korsetten bei Jugendlichen mit noch bestehendem Restwachstum:

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Bei einer Verschlechterung der Skoliose/Hyperkyphose im Wachstumsalter wird eine Korsettbehandlung erforderlich. Diese wird in Zusammenarbeit mit autorisierten orthopädischen Werkstätten vorgenommen und von ärztlicher Seite überwacht.

Die Korsettversorgung wird notwendig bei fortschreitenden Skoliosen im Wachstumsalter ab einem Krümmungswinkel von 15° nach Cobb um eine Tragezeit von 23 Stunden zu verhindern, Tragezeit dann nur nachts. Ab einem Krümmungswinkel von 20° nach Cobb erfolgt eine Tragezeit von 23 Stunden pro Tag.

Bei Hyperkyphosen wird eine Korsettversorgung ab einem Krümmungswinkel von 50° nach Cobb notwendig.

Die Korsetttragezeit bei Jugendlichen sollte bis zum 20. Lj. erfolgen. Außnahme sind Überkorrekturen von mehr als 10°.

Ein gutes Korsett sollte mindestens 30-50% Besserung des Ausgangswinkels erbringen.

Korsettversorgung bei erwachsenen Patienten:

Kubin Orthese
Bei erwachsenen Patienten kann ebenfalls eine Korsettversorgung erfolgen. Die Indikationen hierfür sind aber eng begrenzt. Wir versorgen erwachsene Patienten lediglich zur Schmerztherapie mit Korsetten. Die Korsette hierfür unterscheiden sich wesentlich von den hochkorrigierenden Korsetten für die Jugendlichen.
Wir bevorzugen die Versorgung mit einem dynamischen Rahmenstützkorsett nach Kubin. Vorteil dieses Korsetts ist die erhalten Beweglichkeit des Patienten im Korsett. Eine Reduzierung der Muskulatur findet somit nicht statt. Außerdem wird durch die Hubstangen eine Entlastung vor allem der unteren Brustwirbelsäule und der Lendenwirbelsäule erreicht.

 


Information zur Korsetteingewöhnung:

Bei einer Erstversorgung kann die Gewöhnung an das Korsett zu Hause oder stationär ohne belastenden Druck erfolgen. Das Korsett soll zunächst stundenweise,  dann Schritt für Schritt, mehr  getragen werden. Zu Beginn der Behandlung muß man sich nicht unter Druck setzen, die endgültige Tragezeit von 23h/Tag muß erst nach etwa 8 Wochen erreicht werden. Ausnahmen der 23-stündigen Tragezeit müssen immer mit dem Arzt besprochen werden.

Das Anziehen des Korsetts sollte im Liegen stattfinden. Es ist auf einen korrekten Sitz zu achten. Auch ist ein eng anliegendes Unterhemd, das keine Nähte im Achselbereich hat (Korsetthemdchen), zu wählen.

Die Haut unter dem Korsett ist gut zu pflegen. Korsetthemden sind, wenn sie durchgeschwitzt sind, zu wechseln und sollten nicht länger als 1 Tag getragen werden. Häufiges Duschen und Einreiben mit Franzbranntwein oder harnstoffhaltigen Salben ist zu empfehlen.

Im Korsett nicht auf Bewegung verzichten. Nach der Eingewöhnungsphase fallen die Bewegungen im Korsett nicht mehr schwer.
Zum Sport sollte das Korsett aber ausgezogen werden.

Nach der Eingewöhnung ist eine Röntgenkontrolle nach etwa 2 bis 3 Monaten dringend notwendig.
Vor der Röntgenkontrolle muß das Korsett mindestens 12 Stunden ohne Unterbrechung getragen werden.
Bei Röntgenkontrollen ohne Korsett darf das Korsett mindestens 24 Stunden vorher nicht getragen werden.

Neben der Korsetttragezeit ist auch die Schroththerapie dringend notwendig, um die erreichte Korrektur zu erhalten. Es sollte 4 – 5x/Woche eine halbe Stunde pro Tag geübt werden.

Das Korsett darf nicht zu früh abgeschult werden, die Abschulung unbedingt mit dem Orthopäden besprechen. Vor dem 17. Lebensjahr darf die Abschulung nur in Ausnahmefällen stattfinden. Die Abschulung sollte schrittweise erfolgen, kein plötzliches Weglassen des Korsetts. Die Abschulungsphase dauert mindestens 1 Jahr.

Ergebnisse der Korsettversorgung in der Asklepios Seeklinik 

Ergebnisse einer klinischen Untersuchung zur Wirksamkeit der Korsettversorgung jugendlicher Patienten. Seit November 2007 wurden 48 Patienten mit Korsetten der Firma Sanomed versorgt. Untersucht wurden die Verbesserungen der Gradzahlen der thorakalen- und lumbalen Krümmung. Gemessen wurde die Korrektur in Prozent zum Ausgangswinkel. Außerdem die Reduzierung des Flachrückens in Grad nach Cobb.

Der Skoliosewinkel im Korsett konnte bei den thorakalen Krümmungen um 51,58%, bei den lumbalen um 74,39% verbessert werden.

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Der Kyphosewinkel der Skoliosepatienten ist in der Regel deutlich verringert, es liegt ein sog. Flachrücken vor. Viele Korsette verstärken diesen Flachrücken. Die Folge sind ausgeprägte Schmerzen im Erwachsenenalter, es entwickelt sich ein Flatbacksyndrom.

Der Kyphosewinkel im Korsett konnte von durchschnittlich 22° auf 38° gesteigert werden.

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